Angestellt in der Praxis statt eigener Sitz: die unterschätzte Option

Wechsel in die Praxis

Igor Naumann 5 Min. Lesezeit

Sie überlegen einen Wechsel? Wir sagen Ihnen in einem kurzen Gespräch, was der Markt in Ihrer Fachrichtung gerade hergibt.

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Lächelnder Arzt im Klinikflur: angestellt in der Praxis ohne Kassensitz

Wer einen eigenen Kassensitz kauft, führt ein Unternehmen mit allen dazugehörigen Risiken und Investitionen. Als angestellter Arzt in einer Praxis oder einem MVZ tragen Sie keines dieser Risiken. Was Sie dafür gewinnen – und worauf Sie verzichten.

Wer vom Krankenhaus in den ambulanten Bereich wechselt, hat zwei Wege: einen eigenen Kassensitz kaufen oder sich in einer Praxis oder einem MVZ anstellen lassen. Den zweiten Weg wählen immer mehr Ärzte: Laut Bundesärztekammer sind inzwischen 39% aller Ärzte in der ambulanten Versorgung angestellt, ihre Zahl ist seit 2020 um 48% gestiegen.

Eigener Kassensitz: Sie werden Unternehmer

Wenn Sie einen Kassensitz kaufen, werden Sie selbstständiger Unternehmer. Sie sind für alles verantwortlich. Sie tragen sämtliche Risiken: finanzielle wie rechtliche.

Dazu kommt: Je nach Fachbereich müssen Sie erheblich investieren. Laut apoBank nehmen Hausärzte für die Übernahme einer Einzelpraxis im Schnitt knapp 200.000 Euro in die Hand. In der Orthopädie waren es laut apoBank für die Übernahme einer Einzelpraxis im Schnitt insgesamt 529.100 Euro. Und geht es um einen Kassensitz in der Radiologie oder Nephrologie, kann der Preis auf über eine Million Euro klettern. Das heißt: zur Bank gehen, einen Kredit aufnehmen, Risiken tragen.

Und Sie tragen die Verantwortung für das gesamte Personal. Laut Kostenstrukturstatistik des Statistischen Bundesamtes beschäftigte eine Arztpraxis 2024 im Schnitt 6,9 Angestellte, eine radiologische Praxis 26,8. Praxisinhaber in der ärztlichen Versorgung arbeiteten laut Zi-Praxis-Panel 2023 im Schnitt 49,3 Stunden pro Woche, davon 4,8 Stunden für das Praxismanagement – unter anderem für die Führung von Mitarbeitern.

Angestellt: keine Dienste wie im Krankenhaus, geregelte Arbeitszeit

Als Angestellter haben Sie dagegen vor allem Vorteile: Sie müssen keine Dienste wie im Krankenhaus machen. Sie haben meistens geregelte Arbeitszeiten – und damit weniger Stress, mehr Zeit für die Familie, für sich selbst, für Ihr Lieblingshobby.

Zum Vergleich: Im Krankenhaus arbeiten Vollzeit-Ärzte laut MB-Monitor des Marburger Bundes im Durchschnitt rund 55 Stunden pro Woche – inklusive aller Dienste und Überstunden.

Das Geld: in der Regel weniger als im Krankenhaus

Meistens verdienen Sie ein ordentliches Gehalt – wahrscheinlich aber weniger als im Krankenhaus, denn Dienste im Krankenhaus werden in der Regel sehr gut bezahlt.

Laut Virchowbund gibt es für ambulant angestellte Fachärzte „keinen Tarifvertrag mit einem fixierten Gehalt“ – das Gehalt wird individuell verhandelt.

Warum die Gehaltsfrage beim Wechsel ins MVZ der größte Knackpunkt ist, lesen Sie in unserem Artikel zur Stellenbesetzung im MVZ.

Ein Kompromiss: Was wollen Sie?

Aber hier muss man einen Kompromiss eingehen. Was wollen Sie? Sie wollen mehr Geld und nehmen dafür weniger Zeit für das Leben und ständigen Stress in Kauf? Dann bleiben Sie im Krankenhaus. Sie wollen weniger Stress und geregelte Arbeitszeiten? Dann müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie in der Regel weniger verdienen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Das Leben als angestellter Arzt wird leichter, und unternehmerische Risiken tragen Sie keine: Sie kommen, arbeiten und gehen nach Hause.

Eine Hürde gibt es allerdings: Arbeitgeber im ambulanten Bereich wünschen sich vorhandene ambulante Berufserfahrung und sind kaum bereit, Krankenhausärzte von Grund auf einzuarbeiten. Deshalb lohnt es sich, rechtzeitig zu hospitieren oder zunächst in eine ambulante Teilzeit-Anstellung zu gehen. Wie der Wechsel Schritt für Schritt gelingt, lesen Sie in unserem Artikel zum Weg in den ambulanten Bereich.

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Wie wir Ihnen dabei helfen

Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Gemeinsam können wir die besten Marktmöglichkeiten für Sie ausloten. Wir können Ihre Berufswünsche gut einschätzen und Ihnen sagen, ob es zum jetzigen Zeitpunkt auf dem Markt möglich ist. Wir wissen, ob und wo tatsächlich eine Stelle frei wird und wie gut, verlässlich der Arbeitgeber ist.

Kontaktieren Sie uns, schildern Sie Ihre konkrete berufliche Situation und berufliche Ziele, Wünsche – wir teilen Ihnen sofort mit, mit welchem Gehalt Sie in etwa rechnen können.

Unsere Dienstleistung für Ärzte ist kostenlos: Wir verlangen von Ihnen zu keinem Zeitpunkt der Stellensuche eine Zahlung.

Mehr über die Vorteile einer Zusammenarbeit mit uns erfahren Sie unter folgendem Link: https://apoli.de/fuer-aerzte/#vorteile

Vereinbaren Sie mit uns ein unverbindliches und diskretes Gespräch: https://calendly.com/apoli_de/ruckrufservice-web

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen niedergelassenem und angestelltem Arzt? Der niedergelassene Arzt ist Unternehmer: Er ist für alles verantwortlich, trägt die finanziellen und rechtlichen Risiken, investiert Geld und trägt die Verantwortung für das Personal. Der angestellte Arzt arbeitet auf dem Kassensitz seines Arbeitgebers – in einer Praxis oder einem MVZ – und trägt keine unternehmerischen Risiken.

Brauche ich einen eigenen Kassensitz, um ambulant zu arbeiten? Nein. Sie können sich in einer Praxis oder einem MVZ anstellen lassen, die bereits über einen Kassensitz verfügen. So arbeiten immer mehr Ärzte: Laut Bundesärztekammer sind es inzwischen 39% aller Ärzte in der ambulanten Versorgung. Warum man einen Kassensitz nicht immer einfach kaufen kann, lesen Sie in unserem Artikel zum Kassensitz.

Was verdient ein angestellter Arzt in der Praxis? Für ambulant angestellte Fachärzte gibt es laut Virchowbund keinen Tarifvertrag mit einem fixierten Gehalt – das Gehalt wird individuell verhandelt. Nach unserer Erfahrung ist es in der Regel ordentliches Geld, aber meist weniger als im Krankenhaus, wo Dienste gut bezahlt werden. Was Sie in Ihrem Fall erwarten können, sagen wir Ihnen sofort im Gespräch.

Muss ein angestellter Arzt in der Praxis Dienste machen? Dienste wie im Krankenhaus hat er nicht. Die Arbeitszeiten sind meistens geregelt – damit bleibt mehr Zeit für die Familie, für sich selbst und für das Hobby. Der Preis dafür ist in der Regel weniger Geld als im Krankenhaus, wo Dienste gut bezahlt werden.

Was kostet eine eigene Praxis? Das hängt vom Fachbereich ab. Laut apoBank nehmen Hausärzte für die Übernahme einer Einzelpraxis im Schnitt knapp 200.000 Euro in die Hand, in der Orthopädie waren es laut apoBank für die Übernahme einer Einzelpraxis im Schnitt 529.100 Euro. In der Radiologie oder Nephrologie kann es nach unserer Erfahrung über eine Million Euro sein.

Igor Naumann, Karriereberater bei Apoli Ärztevermittlung

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Igor Naumann

Spricht täglich mit Ärztinnen und Ärzten, Chefärzten, Personalleitungen und Geschäftsführungen. Vermittelt Fachärztinnen, Oberärzte und Leitende Oberärzte an Kliniken, MVZ und Praxen in Deutschland und Österreich.

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