Praxisnachfolge: warum die Suche zwei Jahre dauert
Sie überlegen einen Wechsel? Wir sagen Ihnen in einem kurzen Gespräch, was der Markt in Ihrer Fachrichtung gerade hergibt.
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Im hausärztlichen Bereich dauert die Suche nach einer Praxisnachfolge laut Zi im Schnitt zwei Jahre. Der Hauptgrund ist nach unserer Erfahrung der Preis und die Gefühle der Praxisinhaber dahinter.
Warum zieht sich die Suche nach einer Praxisnachfolge so lange hin? Die Antwort ist aus unserer Sicht sehr einfach und hat vor allem mit dem Preis zu tun.
Wie lange die Suche wirklich dauert
Laut Zi suchten Praxisinhaber, deren Nachfolge bereits feststand, im Schnitt 17,4 Monate. Im hausärztlichen Bereich waren es durchschnittlich zwei Jahre, im fachärztlichen Bereich rund 17 Monate.
Schon überhaupt einen Interessenten zu finden, ist schwer: 78,0% der Praxisinhaber, die mit der Suche begonnen haben, empfinden genau das als Herausforderung.
Der Hauptgrund: Herz, Seele und ein zu hoher Preis
Wer seine Praxis verkaufen will, hat oft ein mentales Problem, weil man Herz und Seele in die Praxis gesteckt hat. In der Regel hat man jahrzehntelang an diesem Ort gearbeitet. Und meistens ist die Summe, die man für seine Praxis bekommen möchte, viel zu hoch angesetzt. Oft lässt man sich dabei stark von Emotionen leiten. Und oft ist man nicht bereit, selbst auf Rechtsanwälte, Steuerberater oder überhaupt auf Berater zu hören.
Wie schwer es mit dem Preis ist, zeigen auch die Zahlen: Laut Zi finden es 70,8% der Praxisinhaber, die mit der Nachfolgesuche begonnen haben, schwer, einen guten Verkaufserlös zu erzielen. Und von denen, die bereits verkauft haben, bekamen 27,8% weniger als erwartet – 13,9% etwas weniger, 13,9% deutlich weniger.
Und das Gesetz schützt einen überhöhten Preis nicht: Wird der Sitz über den Zulassungsausschuss im Nachbesetzungsverfahren vergeben, sind die Interessen des Verkäufers nach § 103 SGB V „nur insoweit zu berücksichtigen, als der Kaufpreis die Höhe des Verkehrswerts der Praxis nicht übersteigt“.
Erst allein, dann mit Beratern und ein innerer Konflikt
Zuerst versucht der Inhaber in der Regel, seine Praxis selbst zu verkaufen – so geht die Mehrheit vor: Laut Zi suchen 55,1% ihre Nachfolge über Empfehlungen und Kontakte aus dem persönlichen Netzwerk, nur 15,2% beauftragen einen gewerblichen Dienstleister. Und meistens klappt es nicht, weil der Preis viel zu hoch ist.
Dann wendet er sich an diejenigen, die helfen wollen. Doch auch dort kommt es zu einem inneren Konflikt und später zu Missverständnissen mit diesen Helfern und Beratern. Sie erklären ihm: So sieht die Lage auf dem Markt aus. Und damit kann er sich nur schwer abfinden. Für ihn ist das Wehmut, Trauer, Schmerz und menschlich ist das verständlich. Gefühle haben aber an der Stelle leider nichts zu suchen.
Und genau das – der zu hohe Preis und die Mühe, die Lage auf dem Markt anzunehmen – ist der Hauptgrund, warum sich die Suche nach einer Nachfolge oder der Verkauf einer Praxis in die Länge zieht.
Gefragte Fachbereiche: Investoren statt Ärzte
Was noch wichtig ist: Gefragte und beliebte KV-Sitze – etwa in der Kardiologie, Nephrologie oder Pneumologie – gehen in letzter Zeit in der Regel eher an Finanzinvestoren als an Ärzte. Warum? Weil ein Arzt als Privatperson nicht so viel Geld zahlen kann wie Finanzinvestoren, die schon ihre 50. Praxen haben und jetzt die 51. suchen und kaufen wollen.
Das sehen auch die ärztlichen Organisationen. Die Bayerische Landesärztekammer und die KV Bayerns stellen fest: „Der ärztliche Nachwuchs kann mit den Kaufpreisen für Abgeberpraxen von PEG-Ketten nicht mithalten …“ Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zum Kassensitz.
Viele Fachärzte entscheiden sich heute für die Anstellung statt für die eigene Praxis – warum, steht in unserem Artikel „Angestellt in der Praxis statt eigener Sitz“.
Wie wir arbeiten
Je früher ein Praxisinhaber den Markt und den Preis seiner Praxis nüchtern betrachtet, desto schneller findet sich wahrscheinlich eine Nachfolge.
Apoli arbeitet ergebnisorientiert. D.h. Ihnen entstehen keine unerwarteten Kosten im Voraus.
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FAQ
Wie lange dauert die Suche nach einer Praxisnachfolge? Laut Zi suchten Praxisinhaber, deren Nachfolge bereits feststand, im Schnitt 17,4 Monate. Im hausärztlichen Bereich waren es durchschnittlich zwei Jahre, im fachärztlichen Bereich rund 17 Monate.
Warum lässt sich eine Arztpraxis so schwer verkaufen? Der Hauptgrund ist nach unserer Erfahrung der Preis: Der Verkäufer hat Herz und Seele in seine Praxis gesteckt, und die Summe, die er dafür bekommen möchte, ist oft viel zu hoch angesetzt. Laut Zi finden es 70,8% der Praxisinhaber, die mit der Nachfolgesuche begonnen haben, schwer, einen guten Verkaufserlös zu erzielen.
Wie findet man einen Praxisnachfolger? Meist über persönliche Kontakte: Laut Zi suchen 55,1% der Praxisinhaber so, 42,8% über die Praxisbörse ihrer KV und 15,2% über gewerbliche Dienstleister. Nach unserer Erfahrung geht es schneller, wenn man bereit ist, den Markt realistisch zu sehen.
Darf ein Praxisinhaber jeden Preis verlangen? Vereinbaren lässt sich jeder Preis. Wird der Sitz aber über den Zulassungsausschuss nachbesetzt, werden die Interessen des Verkäufers nach § 103 SGB V nur bis zur Höhe des Verkehrswerts der Praxis berücksichtigt.
Warum kaufen Investoren so viele Praxen? Nach unserer Erfahrung können Investoren in gefragten Fachbereichen – Kardiologie, Nephrologie, Pneumologie – mehr zahlen als ein Arzt als Privatperson. Die Bayerische Landesärztekammer und die KV Bayerns sehen das ebenso: Der ärztliche Nachwuchs kann mit den Kaufpreisen von Investorenketten nicht mithalten.
Ihr qualifizierter Karriereberater
Igor Naumann
Spricht täglich mit Ärztinnen und Ärzten, Chefärzten, Personalleitungen und Geschäftsführungen. Vermittelt Fachärztinnen, Oberärzte und Leitende Oberärzte an Kliniken, MVZ und Praxen in Deutschland und Österreich.