Oberarztstellen: wie der verdeckte Stellenmarkt funktioniert
Sie überlegen einen Wechsel? Wir sagen Ihnen in einem kurzen Gespräch, was der Markt in Ihrer Fachrichtung gerade hergibt.
Beratungstermin vereinbarenDer verdeckte Stellenmarkt ist ein schöner Begriff, auf den viele Ärzte setzen. Nach unserer Erfahrung gibt es ihn so nicht – mit einer Ausnahme: Ein Krankenhaus will einen Arzt ersetzen und sucht dafür diskret.
Das Thema betrifft nicht nur Oberarztstellen. Es betrifft alle Stellen ab dieser Stufe: Oberarzt, Leitender Oberarzt, Sektionsleiter, Chefarzt, Ärztlicher Direktor. Ehrlich gesagt: Der verdeckte Stellenmarkt ist ein schöner Begriff, auf den viele setzen – aber genau genommen gibt es ihn nicht. Wahr ist daran nur eines, und das hat mit dem Ersatz eines Arztes zu tun.
Was mit dem verdeckten Stellenmarkt gemeint ist

Mit dem verdeckten Stellenmarkt – auch verdeckter Arbeitsmarkt genannt – sind Stellen gemeint, die nicht öffentlich ausgeschrieben werden. Sie werden angeblich über Bekanntschaften, Netzwerke und Personalberater besetzt. Das Versprechen dahinter klingt verlockend: Die besten Stellen, vor allem Führungspositionen, landen nie in einer Stellenanzeige.
Im Netz kursieren Zahlen, nach denen 50 bis 70% aller Stellen und bis zu 85% der Führungspositionen nie öffentlich ausgeschrieben werden – eine Quelle wird dafür in der Regel nicht genannt. Bei Arztstellen ab dem Oberarzt sieht das Bild anders aus.
Oberarzt- und Chefarztstellen werden ausgeschrieben
Ein Blick in die Stellenportale genügt. Am 1. Oktober 2026 waren auf Ärztestellen, dem Stellenmarkt des Deutschen Ärzteblatts, 294 Stellenangebote für Oberärzte ausgeschrieben, 56 für Chefärzte sowie 37 für Ärztliche Leiter und 11 für Ärztliche Geschäftsführer und Direktoren. Bei praktischArzt waren es am selben Tag in Deutschland 1.833 Oberarztstellen, 93 Chefarztstellen und 23 Stellen für Sektionsleiter.
Auch Stellen in Führungspositionen werden also in der Regel öffentlich ausgeschrieben – für jeden sichtbar.
Und die Ärzte sehen diesen Markt. Laut Ärztebarometer 2025 informieren sich 78,4% der befragten Ärzte häufig oder gelegentlich in den Stellenmärkten medizinischer Fachzeitschriften über offene Stellen.
Der einzige wahre Kern: Ein Arzt soll ersetzt werden

Das Einzige, was am verdeckten Stellenmarkt stimmt: Ein Krankenhaus will einen Arzt ersetzen, hat aber noch keinen Ersatz gefunden. Dann wendet es sich an einen Personalberater. Wozu? Damit Ärztevermittlungen, ohne Staub aufzuwirbeln, ganz anonym und diskret einen Arzt finden, durch den das Krankenhaus den jetzigen Stelleninhaber später ersetzt.
Warum diese Stelle nicht ausgeschrieben wird
Warum schreibt das Krankenhaus eine solche Stelle nicht aus? Weil es nicht möchte, dass der Arzt, der die Stelle jetzt innehat, sieht, dass man mit ihm wirklich unzufrieden ist und einen Ersatz für ihn sucht. Und weil Ärzte fehlen: Das Krankenhaus möchte nicht, dass er vorzeitig kündigt – bevor es einen Ersatz hat. Das ist das einzige Argument.
Ärzte fehlen tatsächlich. Laut DKG-Fachkräftemonitoring 2026 hatten im Januar 2026 66% der Krankenhäuser Probleme, Stellen im ärztlichen Dienst zu besetzen; betroffene Häuser konnten im Mittel 4,7 Stellen nicht besetzen. Eine Arztstelle blieb durchschnittlich 16 Wochen unbesetzt.
Und ein Arzt, der erfährt, dass ein Ersatz für ihn gesucht wird, dürfte bei diesem Mangel schnell eine neue Stelle finden. Wechselbereit sind viele: Laut Ärztebarometer 2025 sind 63,2% der befragten Ärzte offen für eine neue Stelle, weitere 16,5% suchen aktiv.
Was das für Sie bedeutet

Wenn Sie den nächsten Schritt auf der Karriereleiter gehen, setzen Sie nicht auf einen verdeckten Stellenmarkt voller geheimer Stellen: Stellen werden in der Regel öffentlich ausgeschrieben. Nicht veröffentlicht werden nur die wenigen Stellen, auf denen ein Arzt ersetzt werden soll. Davon erfährt man über die Ärztevermittlung, die das Krankenhaus selbst mit der diskreten Suche beauftragt hat, nicht über ein Stellenportal.
Die Diskretion wirkt auch zu Ihren Gunsten: Sie können nach einer neuen Stelle suchen, ohne dass Ihr Name auf dem Markt gestreut wird und Ihnen dadurch Nachteile beim jetzigen Arbeitgeber entstehen.
Was sich beim Schritt zum Leitenden Oberarzt ändert, lesen Sie in unserem Artikel zum Unterschied zwischen Oberarzt und Leitendem Oberarzt.
Warum viele Ärzte gerade im Herbst wechseln und was das Quartalsende damit zu tun hat, steht in unserem Artikel zur Jobsuche im Oktober.
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Wie wir Ihnen dabei helfen
Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Gemeinsam können wir die besten Marktmöglichkeiten für Sie ausloten. Wir können Ihre Berufswünsche gut einschätzen und Ihnen sagen, ob es zum jetzigen Zeitpunkt auf dem Markt möglich ist. Wir wissen, ob und wo tatsächlich eine Stelle frei wird und wie gut, verlässlich der Arbeitgeber ist.
Kontaktieren Sie uns, schildern Sie Ihre konkrete berufliche Situation und berufliche Ziele, Wünsche – lassen Sie uns ins Gespräch kommen.
Unsere Dienstleistung für Ärzte ist kostenlos: Wir verlangen von Ihnen zu keinem Zeitpunkt der Stellensuche eine Zahlung.
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FAQ
Was ist der verdeckte Stellenmarkt? So nennt man Stellen, die nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern über Kontakte und Personalberater besetzt werden; ein anderer Begriff dafür ist verdeckter Arbeitsmarkt. Für Ärzte ist das nach unserer Erfahrung eher ein schöner Begriff als ein großer eigener Markt: Stellen ab dem Oberarzt werden in der Regel öffentlich ausgeschrieben.
Gibt es den verdeckten Stellenmarkt für Ärzte wirklich? Genau genommen nicht. Am 1. Oktober 2026 waren allein auf Ärztestellen 294 Stellenangebote für Oberärzte ausgeschrieben. Das Einzige, was am verdeckten Stellenmarkt stimmt: Ein Krankenhaus will einen Arzt ersetzen und sucht dafür diskret über eine Ärztevermittlung.
Warum werden manche Oberarzt- oder Chefarztstellen nicht ausgeschrieben? Weil der jetzige Stelleninhaber nicht sehen soll, dass ein Ersatz für ihn gesucht wird – und nicht kündigen soll, bevor der Ersatz gefunden ist. Denn Ärzte fehlen: Laut DKG-Fachkräftemonitoring 2026 hatten 66% der Krankenhäuser Probleme, Stellen im ärztlichen Dienst zu besetzen.
Wie erfahre ich von Stellen, die nicht ausgeschrieben werden? Über die Ärztevermittlung, die das Krankenhaus mit der diskreten Suche nach einem Ersatz beauftragt hat. In einem Stellenportal steht eine solche Stelle nicht. Die Diskretion gilt auch für Sie: Ihr Name wird nicht auf dem Markt gestreut, und Ihnen entstehen keine Nachteile beim jetzigen Arbeitgeber.
Betrifft der verdeckte Stellenmarkt nur Oberarztstellen? Nein. Er betrifft alle Stellen ab dieser Stufe: Oberarzt, Leitender Oberarzt, Sektionsleiter, Chefarzt, Ärztlicher Direktor. Und für alle gilt dasselbe: Als großer geheimer Markt ist er ein Mythos – der einzige wahre Kern ist der diskrete Ersatz eines Arztes.
Ihr qualifizierter Karriereberater
Igor Naumann
Spricht täglich mit Ärztinnen und Ärzten, Chefärzten, Personalleitungen und Geschäftsführungen. Vermittelt Fachärztinnen, Oberärzte und Leitende Oberärzte an Kliniken, MVZ und Praxen in Deutschland und Österreich.