Direktvermittlung oder Zeitarbeit?

Für Arbeitgeber

Igor Naumann 7 Min. Lesezeit

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Arzt mit Tablet im Krankenhaus: Zeitarbeit oder feste Stelle im Gehaltsvergleich

Für Krankenhäuser sind Direktvermittlung und Zeitarbeit zwei Lösungen für unterschiedliche Aufgaben. Für Ärzte klingt Zeitarbeit nach viel Geld pro Stunde – doch vieles an dieser Arbeit wird leider unterschätzt.

Hier muss man von Anfang an genau hinschauen: Das sind zwei völlig unterschiedliche Lösungen für Krankenhäuser. Direktvermittlung heißt: Eine Stelle soll langfristig und ernsthaft besetzt werden. Bei Zeitarbeit geht es eher darum, für eine gewisse Zeit eine Lücke zu schließen. Und auch für einen Arzt sind Zeitarbeit und eine feste Stelle längst nicht dasselbe – es geht nicht nur ums Geld-verdienen.

Direktvermittlung: eine Stelle dauerhaft besetzen

Bei der Direktvermittlung unterschreibt der Arzt einen Arbeitsvertrag direkt mit dem Arbeitgeber – für eine Stelle auf lange Sicht, in einem Krankenhaus, einem MVZ oder einer Praxis. Die Ärztevermittlung findet die passende Stelle und den passenden Arzt, ist aber nicht Vertragspartner: Den Vertrag schließen Arzt und Arbeitgeber.

Zeitarbeit: eine Lücke auf Zeit schließen

Typisch für Zeitarbeit sind Lücken auf Zeit in einem Krankenhaus: Es ist Urlaubszeit, jemand ist ernsthaft und für längere Zeit erkrankt oder geht in Mutterschutz oder Elternzeit. Und dann ist das eine ganz normale, funktionierende Lösung.

Dass diese Lösung auf Zeit angelegt ist, zeigt auch das Gesetz: Nach § 1 AÜG darf eine Zeitarbeitsfirma (Verleiher) denselben Arzt grundsätzlich nicht länger als 18 aufeinander folgende Monate demselben Krankenhaus überlassen.

Viele Ärzte halten Zeitarbeit und die Arbeit auf Honorarbasis im Grunde für dasselbe: befristete Einsätze an wechselnden Orten. Rechtlich gibt es einen Unterschied. In der Zeitarbeit (Arbeitnehmerüberlassung) ist der Arzt bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt, die ihn an das Krankenhaus überlässt (§ 1 AÜG). Und Honorarärzte im Krankenhaus sind laut einem Urteil des Bundessozialgerichts von 2019 „regelmäßig nicht als Selbstständige anzusehen“ – sie unterliegen als Beschäftigte des Krankenhauses der Sozialversicherungspflicht. Für den Arzt selbst läuft es im Kern auf dasselbe hinaus: kurze Einsätze, immer woanders.

Und in den Köpfen vieler Ärzte steckt die Vorstellung, dass sie so pro Stunde viel Geld verdienen. Aber zahlreiche andere Nachteile dieser Arbeit berücksichtigen sie nicht.

Viel Geld pro Stunde – weniger im Jahr

Viele bedenken zum Beispiel nicht, dass man ständig arbeiten muss. So funktioniert es nicht: im Juli arbeiten, im August nicht, Mitte September wieder anfangen und erneut drei Wochen arbeiten. Wer so arbeitet, verdient unterm Strich im Jahr deutlich weniger Geld, als wenn er einfach Angestellter eines Krankenhauses wäre.

Sie sollten sich darüber im Klaren sein: Diese Einsätze müssen Sie ständig suchen – so, dass einer endet und der nächste beginnt. Nur dann können Sie mehr verdienen. Viele unterschätzen das und denken, sie finden immer etwas.

Die Steuer kommt später

Der zweite Punkt betrifft alle, die tatsächlich selbstständig auf Honorarbasis arbeiten und ihre Steuern selbst zahlen. In der Zeitarbeit ist das anders: Dort zieht die Zeitarbeitsfirma als Arbeitgeber die Lohnsteuer vom Gehalt ab (§ 38 EStG).

Und aus irgendeinem Grund vergessen viele genau das. Sie arbeiten meistens das erste Jahr ohne Steuervorauszahlungen, machen am Ende die Steuererklärung – und nach unserer Erfahrung kommt dann eine Nachzahlung von rund 40.000 bis 50.000 Euro. Erst dann merken sie, dass sie diesen Punkt unterschätzt haben.

Nach § 37 EStG zahlen Selbstständige die Einkommensteuer vierteljährlich voraus – am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember. Die Höhe der Vorauszahlungen richtet sich grundsätzlich nach der letzten Steuerveranlagung. Deshalb gibt es im ersten Jahr der Selbstständigkeit oft noch keine – und nach der ersten Steuererklärung kommt die Nachzahlung für das ganze Jahr auf einmal.

Ständig unterwegs

Weiter: Irgendwann hat man genug von dieser Arbeit. Warum? Weil es nicht so ist, dass jemand in München lebt und in der Nähe von München befristet als Honorararzt arbeitet. Er fährt dorthin, wo ihm die Arbeit angeboten wird: nach Erfurt, an die Nordsee oder in den Schwarzwald.

Das zermürbt irgendwann – den einen früher, den anderen später. Und dann heißt es: „Ich habe genug. Ich will bei meiner Familie sein. Schluss mit dem ständigen Herumreisen.“ Da hilft dann auch kein Geld mehr.

Der Lebenslauf: Was Arbeitgeber denken

Und wenn diese Ärzte später eine feste Stelle suchen, stoßen sie auf ein Problem: Krankenhäuser und Arbeitgeber reagieren oft sehr negativ auf diese Zeit im Lebenslauf. Warum? Weil sie denken: „Ihm geht es vor allem ums Geld, deshalb hat er so gearbeitet. Wenn wir ihn jetzt nehmen und ihm in einem halben Jahr ein anderes Krankenhaus mehr Geld bietet, geht er.“

Solche Ärzte werden nach unserer Erfahrung sehr oft nicht eingestellt. Das ist ein echtes Problem, das Ärzte unterschätzen. Das muss man wissen.

Ein zweischneidiges Schwert

Deshalb ist das ein zweischneidiges Schwert. Für das Krankenhaus ist Zeitarbeit eine funktionierende Lösung, um eine Lücke auf Zeit zu schließen. Für den Arzt stehen den hohen Stundensätzen auf dem Papier Pausen beim Einkommen, Steuern, ständiges Reisen und Fragen im Lebenslauf gegenüber. Wer eine Stelle langfristig und ernsthaft sucht, geht einen anderen Weg: Direktvermittlung und Festanstellung.

Wie die Direktvermittlung bei uns bezahlt wird – erst, wenn der Arzt arbeitet –, lesen Sie in unserem Artikel zum Erfolgshonorar.

Wie wir Ihnen dabei helfen

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Kontaktieren Sie uns, schildern Sie Ihre konkrete berufliche Situation und berufliche Ziele, Wünsche – wir teilen Ihnen sofort mit, mit welchem Gehalt Sie in etwa rechnen können.

Unsere Dienstleistung für Ärzte ist kostenlos: Wir verlangen von Ihnen zu keinem Zeitpunkt der Stellensuche eine Zahlung.

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FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Direktvermittlung und Zeitarbeit? Bei der Direktvermittlung will ein Krankenhaus eine Stelle langfristig und ernsthaft besetzen: Der Arzt unterschreibt einen Arbeitsvertrag direkt mit dem Arbeitgeber. Bei der Zeitarbeit soll eine Lücke auf Zeit geschlossen werden: Der Arzt ist bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt, die ihn an das Krankenhaus überlässt – nach § 1 AÜG grundsätzlich nicht länger als 18 Monate am Stück an dasselbe Krankenhaus.

Was ist ein Honorararzt? Ein Arzt, der gegen Honorar befristete Einsätze übernimmt. Im Krankenhaus ist er laut einem Urteil des Bundessozialgerichts von 2019 in der Regel kein Selbstständiger, sondern ein sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter des Krankenhauses. Für den Arzt ähnelt das der Zeitarbeit: kurze Einsätze an wechselnden Orten.

Verdient man als Honorararzt oder in der Zeitarbeit mehr? Auf dem Papier, pro Stunde gerechnet – ja, so sehen es viele Ärzte. Im Jahr – nicht unbedingt. Nach unserer Erfahrung verdient man mit Pausen zwischen den Einsätzen im Jahr deutlich weniger als ein Angestellter eines Krankenhauses. Mehr wird es nur, wenn ein Einsatz endet und der nächste sofort beginnt.

Welche Steuern muss ein Honorararzt zahlen? Wer selbstständig arbeitet, zahlt die Einkommensteuer selbst – nach § 37 EStG vierteljährlich im Voraus. Wer dieses Geld nicht zurücklegt, kann nach der Steuererklärung eine hohe Nachzahlung bekommen. In der Zeitarbeit zieht die Zeitarbeitsfirma die Lohnsteuer vom Gehalt ab (§ 38 EStG).

Schadet Zeitarbeit im Lebenslauf? Nach unserer Erfahrung – ja, oft. Krankenhäuser und Arbeitgeber denken, dass es einem solchen Arzt vor allem ums Geld geht, und befürchten, dass er nach einem halben Jahr dorthin geht, wo mehr gezahlt wird. Solche Ärzte werden sehr oft nicht für eine feste Stelle eingestellt.

Igor Naumann, Karriereberater bei Apoli Ärztevermittlung

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Igor Naumann

Spricht täglich mit Ärztinnen und Ärzten, Chefärzten, Personalleitungen und Geschäftsführungen. Vermittelt Fachärztinnen, Oberärzte und Leitende Oberärzte an Kliniken, MVZ und Praxen in Deutschland und Österreich.

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