Als Arzt nach Österreich: Gehalt, 14 Bezüge, Pension, Dienste – was sich für deutsche Ärzte ändert
Sie überlegen einen Wechsel? Wir sagen Ihnen in einem kurzen Gespräch, was der Markt in Ihrer Fachrichtung gerade hergibt.
Beratungstermin vereinbaren- Planbare Zukunft: keine Reform wie in Deutschland
- Höhere Gehälter: Wien und TV-Ärzte im Vergleich
- Höhere Pension: mehr Gehalt, höhere Einzahlungen
- 14 statt 12: Urlaubs- und Weihnachtsgeld
- Kollektivvertrag statt Verhandlung: automatische Gehaltserhöhung
- Dienste: Präsenz statt Rufbereitschaft
- Wie wir Ihnen dabei helfen
- FAQ
Laut Bundesärztekammer sind allein im Jahr 2025 341 Ärzte aus Deutschland nach Österreich gewechselt. Was sie dort erwartet: eine planbare Zukunft, höhere Gehälter, 14 statt 12 Bezüge, automatische Gehaltserhöhung, eine höhere Pension und Dienste im Haus statt Rufbereitschaft.
Für manche Ärzte, deren Abteilung oder Standort in Deutschland durch die Krankenhausreform geschlossen oder zusammengelegt wird, ist Österreich eine Alternative: derselbe Beruf, dieselbe Sprache, andere Regeln. Laut Ärztestatistik 2025 der Bundesärztekammer haben 2.234 Ärzte im Jahr 2025 Deutschland verlassen, davon 341 nach Österreich; nur in die Schweiz gingen mehr (653). Laut Ärztestatistik der Österreichischen Ärztekammer (Stand 31.12.2024) arbeiten in Österreich 3.544 Ärzte, die bei ihrer Eintragung die deutsche Staatsbürgerschaft hatten – die größte Gruppe unter den Ärzten aus dem Ausland.
Planbare Zukunft: keine Reform wie in Deutschland

Nach unserer Erfahrung ist das oft der wichtigste Grund, warum Ärzte auf Österreich schauen: eine sichere und planbare Zukunft ohne politische Gefahr für den eigenen Arbeitsplatz. In Österreich gibt es kein Bundesgesetz wie das deutsche KHVVG mit Leistungsgruppen und Vorhaltevergütung. Die Spitalsplanung läuft über den bundesweiten Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) und die regionalen Strukturpläne (RSG), über Standorte entscheiden die Länder. Diskutiert wird auch in Österreich: Laut Land Burgenland skizziert eine Studie der Gesundheit Österreich GmbH Mindestkriterien für Spitäler, die Landeshauptleute von Burgenland und Kärnten lehnen das ab.
Dazu kommt der Bedarf an Ärzten. Laut Österreichischer Ärztekammer (Ärztestatistik zum 31.12.2025) gibt es in Österreich 53.353 Ärzte, und 18.346 von ihnen erreichen in den nächsten zehn Jahren das Alter von 65. Die Kammer sieht „keinen Ärztemangel an sich, sondern einen deutlichen Mangel im öffentlichen System, sei es im Kassenbereich oder in den Krankenhäusern“.
Was die Krankenhausreform in Deutschland für Ärzte bedeutet, lesen Sie in unserem Artikel zur Krankenhausreform 2026.
Höhere Gehälter: Wien und TV-Ärzte im Vergleich
In Österreich gibt es keinen Tarif für das ganze Land. Grundlage für die Gehälter der Ärzte in den Spitälern (Krankenhäusern) ist der Kollektivvertrag – das österreichische Gegenstück zum deutschen Tarifvertrag – bzw. das Dienstrecht des Landes, und jedes Bundesland hat seine eigene Tabelle. Ein Beispiel ist Wien. Laut Gehaltsschema des Wiener Gesundheitsverbunds, veröffentlicht von der Ärztekammer für Wien und gültig ab 1. Juli 2026:
| Verwendung | Einstiegsstufe | Endstufe | × 14 im Jahr |
| Facharzt (Stufe 4–19) | 7.753,66 € | 11.143,03 € | 108.551 – 156.002 € |
| Oberarzt / Facharzt mit definierten Leitungsaufgaben (Stufe 1–12) | 8.288,21 € | 10.786,29 € | 116.035 – 151.008 € |
Quelle: Ärztekammer für Wien, Gehaltsschema Fachärzte und Oberärzte ab 01.07.2026, Grundgehalt ohne Zulagen und Dienste.
Zum Vergleich Deutschland, zwölfmal im Jahr: Laut TV-Ärzte/VKA verdient ein Facharzt (EG II) ab dem 1. Juni 2026 zwischen 7.552,19 und 9.698,91 Euro im Monat – 90.626 bis 116.387 Euro im Jahr; ein Oberarzt (EG III) zwischen 9.459,56 und 10.810,95 Euro – 113.515 bis 129.731 Euro im Jahr. Nach dem TV-Ärzte (TdL) für Universitätskliniken erreicht ein Oberarzt (Ä 3) bis zu 11.265,33 Euro – 135.184 Euro im Jahr. Diese Zahlen gelten für kommunale Krankenhäuser und Universitätskliniken; kirchliche Träger und private Klinikkonzerne haben eigene Tabellen in ähnlicher Größenordnung – dazu unser Artikel zum Oberarztgehalt.
Verglichen werden müssen Jahresbeiträge und gleiche Größen: das österreichische Grundgehalt ohne Zulagen und Dienste gegen das deutsche Tabellenentgelt ohne Bereitschaftsdienst. Dann zeigen die Wiener und die deutschen Tabellen: Beim Einstieg verdient ein Facharzt in Wien im Jahr rund 20% mehr als nach TV-Ärzte/VKA. Ein Wiener Oberarzt in der Endstufe kommt auf 151.008 Euro, ein Oberarzt in der Endstufe des deutschen Universitätstarifs auf 135.184 Euro. Wien ist ein Beispiel, in anderen Bundesländern gelten eigene Tabellen, und das Netto hängt von Steuer und Versicherung ab.
Die variablen Anteile, die fast immer als gesichert gelten, machen den zusätzlichen Unterschied aus. Ein Oberarzt, und zwar fachbereichsübergreifend, geht in Österreich in Rente mit einem Jahresbruttogehalt von ca. 250.000 Euro.
Höhere Pension: mehr Gehalt, höhere Einzahlungen

Wer mehr verdient, zahlt mehr in das Pensionssystem ein – bis zur Höchstbeitragsgrundlage, die laut oesterreich.gv.at im Jahr 2026 bei 6.930 Euro brutto im Monat liegt. Ein Facharzt in Wien verdient laut Gehaltsschema des Wiener Gesundheitsverbunds schon in der Einstiegsstufe mehr (7.753,66 Euro) und zahlt damit jedes Jahr Beiträge in der höchstmöglichen Größe. Laut Pensionsversicherung wird auf dem Pensionskonto für jedes Kalenderjahr eine Teilgutschrift in Höhe von 1,78% der Beitragsgrundlagen eingetragen. Die Summe aller Teilgutschriften ergibt die Jahrespension brutto, „geteilt durch 14“: Auch die Pension wird 14-mal im Jahr gezahlt.
In Deutschland sind angestellte Ärzte in der Regel nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern im ärztlichen Versorgungswerk: Als dessen Mitglieder können sie sich nach § 6 SGB VI von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen. Wer nach Österreich wechselt, zahlt als angestellter Arzt in der Regel in die österreichische Pensionsversicherung ein. Was mit den bisherigen Ansprüchen passiert, regelt die Satzung des jeweiligen Versorgungswerks.
14 statt 12: Urlaubs- und Weihnachtsgeld

In Österreich wird das Gehalt 14-mal im Jahr gezahlt: zwölf Monatsbezüge plus Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration. Laut oesterreich.gv.at sind Höhe und Zeitpunkt dieser Sonderzahlungen in „Kollektivverträgen, Betriebsvereinbarungen und Einzelverträgen“ geregelt. In den Spitälern sind sie Standard: Der Arbeitgeber muss sie laut Kollektivvertrag bzw. Dienstrecht zahlen.
Daraus folgt die Regel: Das vereinbarte Bruttojahresgehalt muss man durch 14 und nicht durch 12 teilen. Für den Vergleich mit Deutschland: den Monatsbetrag aus Österreich mit 14 multiplizieren, den aus Deutschland mit 12.
Dazu kommt die Steuer. Laut Wirtschaftskammer Österreich (Stand 1. Januar 2026) werden sonstige Bezüge innerhalb des Jahressechstels mit 6% besteuert: Nach einem Freibetrag von 620 Euro gilt der Satz von 6% für die nächsten 24.380 Euro. Die beiden Sonderzahlungen eines Facharztes liegen in der Regel innerhalb dieses Sechstels, deshalb bleibt davon netto mehr als von einem regulären Monat.
Kollektivvertrag statt Verhandlung: automatische Gehaltserhöhung
In Österreich wird kaum verhandelt: Stufe und Einstufung nach Kollektivvertrag bzw. Dienstrecht bestimmen das Gehalt, eine außertarifliche Vergütung ist die seltene Ausnahme. Das sehen wir in den Gesprächen mit österreichischen Arbeitgebern.
Dafür steigt das Gehalt nach unserer Erfahrung automatisch – nach Kollektivvertrag bzw. Dienstrecht und Einstufung. Laut Gehaltsschema des Wiener Gesundheitsverbunds reichen die Gehaltsstufen eines Facharztes in Wien bis zur Stufe 19, von 7.753,66 bis 11.143,03 Euro.
In Deutschland enden die Stufen des Oberarztes im TV-Ärzte/VKA nach sechs Jahren, im TV-Ärzte (TdL) nach neun Jahren. Danach steigt das Gehalt nur noch über Verhandlung, zum Beispiel über eine Zusatzvereinbarung zum Tarifvertrag. Bei anderen Arbeitgebern gelten eigene Regeln – maßgeblich ist Ihr Arbeitsvertrag.
Aus unserer Erfahrung: Ein Oberarzt in Österreich geht mit einem Gehalt in Pension vergleichbar mit einem Chefarztgehalt in Deutschland.
Dienste: Präsenz statt Rufbereitschaft

In österreichischen Spitälern sind Dienste nach unserer Erfahrung überwiegend Präsenz im Haus, Rufbereitschaft von zu Hause ist seltener. Den Rahmen setzt das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG): Die Tagesarbeitszeit darf 13 Stunden nicht überschreiten, die Wochenarbeitszeit im Durchschnitt 48 Stunden. Ein verlängerter Dienst im Haus darf bis zu 25 Stunden dauern, höchstens sechs im Monat, per Betriebsvereinbarung bis zu acht. Danach verlängert sich die Ruhezeit.
In Deutschland gibt es neben dem Bereitschaftsdienst im Krankenhaus die Rufbereitschaft – den Dienst auf Abruf von zu Hause. Für den Arzt heißt Österreich also: weniger Abrufe von zu Hause, dafür lange Dienste im Haus mit Ruhezeit danach.
Alternative in Bayern: Stellen bei Apoli
- Leitung Zentrale Notaufnahme, Bayern
- Oberarzt Zentrale Notaufnahme, Bayern
- Leitender Oberarzt Pneumologie, Bayern
- Alle offenen Stellen
Wie wir Ihnen dabei helfen
Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Gemeinsam können wir die besten Marktmöglichkeiten für Sie ausloten. Wir können Ihre Berufswünsche gut einschätzen und Ihnen sagen, ob es zum jetzigen Zeitpunkt auf dem Markt möglich ist. Wir wissen, ob und wo tatsächlich eine Stelle frei wird und wie gut, verlässlich der Arbeitgeber ist.
Kontaktieren Sie uns, schildern Sie Ihre konkrete berufliche Situation und berufliche Ziele, Wünsche – lassen Sie uns ins Gespräch kommen.
Unsere Dienstleistung für Ärzte ist kostenlos: Wir verlangen von Ihnen zu keinem Zeitpunkt der Stellensuche eine Zahlung.
Mehr über die Vorteile einer Zusammenarbeit mit uns erfahren Sie unter folgendem Link: https://apoli.de/fuer-aerzte/#vorteile
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FAQ
Wo verdienen Ärzte mehr – in Deutschland oder in Österreich? Nach den Gehaltstabellen: in Österreich. Ein Facharzt in Wien verdient laut Gehaltsschema des Wiener Gesundheitsverbunds zwischen 108.551 und 156.002 Euro brutto im Jahr (14 Bezüge), ein Facharzt nach TV-Ärzte/VKA zwischen 90.626 und 116.387 Euro (12 Bezüge). Das ist das Grundgehalt ohne Dienste und Zulagen; in anderen Bundesländern gelten eigene Tabellen, und das Netto hängt von Steuer und Versicherung ab.
Was verdient ein Oberarzt in Österreich? In Wien laut Gehaltsschema des Wiener Gesundheitsverbunds ab dem 1. Juli 2026 zwischen 8.288,21 und 10.786,29 Euro im Monat, 14-mal im Jahr, plus Zulagen. Andere Bundesländer haben eigene Tabellen.
Warum 14 Gehälter in Österreich? Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration sind in Kollektivverträgen und im Dienstrecht festgelegt, in den Spitälern sind sie Standard. Laut Wirtschaftskammer Österreich werden sie innerhalb des Jahressechstels mit 6% statt nach dem progressiven Tarif besteuert. Deshalb wird das Bruttojahresgehalt in Österreich durch 14 geteilt, nicht durch 12.
Wie unterscheiden sich die Dienste? In österreichischen Spitälern sind Dienste nach unserer Erfahrung überwiegend Präsenz im Haus. Ein verlängerter Dienst darf laut KA-AZG bis zu 25 Stunden dauern und ist höchstens sechs- bis achtmal im Monat zulässig. In Deutschland gibt es neben dem Bereitschaftsdienst im Krankenhaus die Rufbereitschaft von zu Hause.
Was muss ich als deutscher Facharzt tun, um in Österreich zu arbeiten? Einen Antrag auf Eintragung in die Ärzteliste bei der Österreichischen Ärztekammer stellen. Diplome aus der EU, einschließlich deutscher Facharztdiplome, werden nach der Ärztinnen-/Ärzte-EU-Qualifikationsnachweis-Verordnung 2014 in der Regel automatisch anerkannt. Die Nachweise wie Strafregisterauskunft und ärztliches Zeugnis dürfen bei der Anmeldung nicht älter als drei Monate sein.
Ihr qualifizierter Karriereberater
Igor Naumann
Spricht täglich mit Ärztinnen und Ärzten, Chefärzten, Personalleitungen und Geschäftsführungen. Vermittelt Fachärztinnen, Oberärzte und Leitende Oberärzte an Kliniken, MVZ und Praxen in Deutschland und Österreich.