Erfolgshonorar statt Vorkasse: wie ein faires Vermittlungsmodell aussieht

Für Arbeitgeber

Igor Naumann 5 Min. Lesezeit

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Arzt und Klinikvertreterin beim Handschlag: Ärztevermittlung mit Erfolgshonorar statt Vorkasse

Viele Headhunter verlangen Vorkasse – ohne Garantie. Beim Erfolgshonorar zahlt das Krankenhaus erst, wenn der Arzt tatsächlich arbeitet. Wer dabei welches Risiko trägt.

Der grundsätzliche Unterschied steckt schon im Titel: Vorkasse oder Erfolgshonorar. Für Krankenhäuser, MVZ und Praxen, die einen Arzt suchen, hängt davon das Wichtigste ab: Wer trägt das Risiko, solange der passende Arzt nicht gefunden ist – der Arbeitgeber oder die Personalvermittlung?

Vorkasse: zahlen, bevor etwas passiert

Nach unserer Erfahrung verlangen viele Headhunter Vorkasse und fangen ohne sie gar nicht erst an zu arbeiten. Die Vorkasse beträgt in der Regel rund 30% der Gesamtsumme – ein erheblicher Betrag, und dabei geben sie keinerlei Garantie.

Der Arbeitgeber zahlt also, bevor er den ersten Kandidaten gesehen hat.

Erfolgshonorar: Sie zahlen erst, wenn der Arzt arbeitet

Unser Modell – die Arbeit auf Erfolgsbasis – ist aus unserer Sicht für unsere Kunden, also Krankenhäuser, MVZ und Praxen, die interessantere Variante. Warum? Weil sie im Grunde kein Risiko tragen.

Der Ablauf: Es wird ein Vertrag unterschrieben, auf dessen Grundlage wir für den Arbeitgeber Ärzte suchen. Wir schlagen Kandidaten vor, der Arbeitgeber spricht mit ihnen, führt Vorstellungsgespräche und schaut sie sich an, lässt hospitieren. Sagt er, dass diese Kandidaten nicht passen, zahlt niemand etwas.

Die Provision wird erst fällig, wenn wir tatsächlich einen Arzt gefunden haben, der Arbeitgeber mit ihm einen Vertrag unterschrieben hat und dieser Arzt in der medizinischen Einrichtung wirklich angefangen hat zu arbeiten.

Das Risiko tragen wir

Bis der Arzt tatsächlich anfängt zu arbeiten, tragen wir sämtliche Risiken, auch die finanziellen. Im schlimmsten Fall finden wir keinen Arzt und haben die ganze Zeit völlig umsonst gearbeitet. Aber das sind die Risiken, die wir bewusst eingehen.

Und genau das ist unsere Motivation: so schnell wie möglich genau den qualifizierten Spezialisten zu finden, den die medizinische Einrichtung sucht. Tempo zählt: Laut DKG-Fachkräftemonitoring 2026 haben 66% der Krankenhäuser Probleme, Stellen im ärztlichen Dienst zu besetzen, und eine Arztstelle bleibt im Schnitt 16 Wochen unbesetzt.

Nach der Einstellung: Wer trägt Verantwortung?

Unsere Aufgabe ist es, einen Arzt zu finden und ihn mit einem potenziellen Arbeitgeber zusammenzubringen. Wir zwingen niemanden, diesen Arzt einzustellen.

Viele Arbeitgeber gehen davon aus, dass wir die Risiken wieder übernehmen müssen, sobald der Arzt angefangen hat zu arbeiten – dass wir dafür verantwortlich sind, wie gut er arbeitet und ob er kündigt oder nicht. Aber das stimmt nicht – das ist ein grundlegend falscher Ansatz.

Der Arbeitgeber führt das Gespräch mit dem Arzt, kann ihn hospitieren lassen, sieht, wie er arbeitet und was für ein Mensch er ist, und kann einschätzen, wie gut oder schlecht er ist. Der Arbeitgeber entscheidet, ob er ihn einstellt oder nicht – nicht wir.

Oft werden zwei Dinge verwechselt: Arztsuche/Auswahl und Eingliederung.

Arztsuche/Auswahl sind unsere Aufgaben und nur diese Aufgaben. Dafür zahlt man nicht im Voraus, sondern beim konkreten Ergebnis. 

Eingliederung ist die Aufgabe des Arbeitgebers. Ab Tag 1 liegt die Verantwortung im Krankenhaus: Onboarding, Führung, Erfüllung der Zusagen aus dem Vorstellungsgespräch und interne Dynamiken finden im Krankenhaus statt, nicht bei uns. Geht ein Arzt nach drei oder auch sechs Monaten wegen eines Strategiewechsels oder wegen der nicht realisierten Versprechungen aus dem Vorstellungsgespräch, ist das kein Fehler bei der Suche und Auswahl. Dafür können wir nicht verantwortlich gemacht werden. 

Warum wir keine Ärzte mit Berufserlaubnis vermitteln, erklären wir in unserem Artikel zur Berufserlaubnis.

Und trotzdem: eine Garantie

Dennoch kommen wir auch hier entgegen: In den ersten Monaten sind wir bereit, Geld teilweise zurückzuzahlen, falls es doch nicht klappt. Endet das Arbeitsverhältnis in dieser fest vereinbarten Zeit, erstatten wir einen Teil des Honorars.

Wie wir arbeiten

Apoli arbeitet ergebnisorientiert. D.h. Ihnen entstehen keine unerwarteten Kosten im Voraus.

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FAQ

Was bedeutet Erfolgshonorar in der Personalvermittlung? Der Arbeitgeber zahlt erst, wenn der Arzt einen Vertrag unterschrieben und angefangen hat zu arbeiten. Bis dahin liegt das gesamte Risiko bei der Personalvermittlung: Wird kein passender Arzt gefunden, zahlt der Arbeitgeber nichts. Auch das Gesetz kennt dieses Prinzip: Nach § 652 BGB ist ein Maklerlohn nur geschuldet, wenn der Vertrag infolge der Vermittlung zustande kommt.

Wann zahlt das Krankenhaus bei einer Vermittlung auf Erfolgsbasis? Nur nach Erfolg: Die Personalvermittlung hat einen Arzt gefunden, das Krankenhaus hat mit ihm einen Vertrag unterschrieben, und der Arzt hat wirklich angefangen zu arbeiten. Passen die vorgeschlagenen Kandidaten nicht, zahlt niemand etwas.

Was kostet ein Headhunter oder eine Personalvermittlung für Ärzte? Das Honorar wird individuell vereinbart. Wichtiger ist, wann Sie zahlen: vorab oder nach Erfolg. Nach unserer Erfahrung verlangen viele Headhunter Vorkasse – in der Regel rund 30% der Gesamtsumme, ohne Garantie. Beim Erfolgshonorar zahlen Sie erst, wenn der Arzt arbeitet.

Was passiert, wenn der Arzt in der Probezeit geht? Die Entscheidung, den Arzt einzustellen, trifft der Arbeitgeber: Er spricht mit ihm, sieht ihn bei der Arbeit und kann das Arbeitsverhältnis nach § 622 BGB in einer Probezeit grundsätzlich mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Trotzdem kommen wir entgegen: Im Vertrag steht eine Garantie von zwei bis sechs Monaten je nach Krankenhaus, mit teilweiser Erstattung des Honorars.

Zahlen Ärzte für die Vermittlung? Nein. Für Ärzte ist unsere Unterstützung kostenlos. Außerdem gilt nach § 296 SGB III für Vermittler gegenüber Arbeitsuchenden: „Der Vermittler darf keine Vorschüsse auf die Vergütungen verlangen oder entgegennehmen.“

Igor Naumann, Karriereberater bei Apoli Ärztevermittlung

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Igor Naumann

Spricht täglich mit Ärztinnen und Ärzten, Chefärzten, Personalleitungen und Geschäftsführungen. Vermittelt Fachärztinnen, Oberärzte und Leitende Oberärzte an Kliniken, MVZ und Praxen in Deutschland und Österreich.

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