Nephrologen: von der Klinik in den ambulanten Bereich
Sie überlegen einen Wechsel? Wir sagen Ihnen in einem kurzen Gespräch, was der Markt in Ihrer Fachrichtung gerade hergibt.
Beratungstermin vereinbarenLaut Bundesärztekammer arbeiten in Deutschland heute mehr Nephrologen ambulant als im Krankenhaus. Fast zwei von drei Nephrologen arbeiten bereits ambulant. Warum gerade diese Fachrichtung in den ambulanten Bereich wechselt – und was Sie vorher wissen sollten. Wir erklären, warum ausgerechnet diese Fachrichtung den Wechsel wagt – und was Sie wirklich wissen sollten, bevor Sie den Schritt von der Klinik in eine Praxis, in ein MVZ machen.
Warum gerade jetzt: der Mangel wird zum Vorteil
Der Mangel: Laut Ärztestatistik 2024 der Bundesärztekammer gibt es in Deutschland etwa 2.930 berufstätige Ärzte mit nephrologischer Spezialisierung (Facharzt für Nephrologie bzw. Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie). Von den Berufstätigen arbeiten bereits 1.737 ambulant und nur 998 stationär. Mit anderen Worten: Die ambulante Versorgung ist für die Nephrologie längst keine Alternative mehr, sondern eher der Regelfall.

Und es wird schlimmer. Nach der Prognose des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) fehlen bei 85 bis 100 Nachbesetzungen pro Jahr bis 2030 bis zu 425 Nephrologen. Die Nachfrage steigt, die Zahl der Ärzte nicht. Der Grund: Laut Zi gehen bis 2030 rund 27 Prozent der 2022 aktiven Nephrologen in den Ruhestand, gleichzeitig sinkt die durchschnittliche Arbeitszeit durch mehr Anstellung und Teilzeit auf etwa 92 Prozent des Niveaus von 2022. Nachbesetzt werden können aber nur 85 bis 100 Stellen pro Jahr – das reicht nicht, um beides auszugleichen.
Für Krankenhäuser ist das ein Problem. Für Nephrologen ist das eine Chance. Wir vermitteln regelmäßig gezielt Nephrologen – und haben mehr Anfragen für diese Fachrichtung als Kandidaten.
Was den Wechsel aus der Klinik auslöst
Der Grund ist selten nur einer. Meist ist es eine Kombination aus mehreren Dingen.
Dienste. Nacht- und Wochenenddienste sind in der Nephrologie hart – akutes Nierenversagen wartet nicht auf einen Zeitplan. Dialysen dafür müssen teilweise am späten Abend oder frühen Morgen durchgeführt werden. Mit zunehmendem Alter bei Ärzten, mit Familie und Kindern wird dieser Rhythmus nicht einfach „unbequem“, sondern fast unmöglich.
Aus Medizin wird Dokumentation. Die Zeit am Patientenbett schrumpft, die Zeit am Computer wächst. Ärzte formulieren es fast immer gleich: Dafür haben sie den Beruf nicht gewählt.
Stillstand. Die nächste Stufe im eigenen Haus ist besetzt und wird nicht bald frei. Weiterkommen geht nur durch einen Wechsel – oder durch Warten auf unbestimmte Zeit.
Chronischer Personalmangel im Krankenhaus und daraus resultierende permanente Mehrarbeit.
Utopische Vorstellung und Vorgaben der Geschäftsführung.
Mit jedem Einzelnen davon lässt sich leben. Mit allen zusammen nicht.

Die Hürde, die niemand erklärt: Kassensitz und Zulassung
Das erklärt einem vorher fast niemand: Eine eigene Praxis zu eröffnen, können Sie in Deutschland nicht einfach, weil Sie es wollen. Die Zahl der Arztsitze pro Region legt der Staat über die Bedarfsplanung fest – verteilt wird sie über den sogenannten Kassensitz, das Recht, gesetzlich versicherte Patienten zu behandeln.
Sind in einer Region beispielsweise zehn solcher Plätze vorgesehen und alle zehn besetzt, lässt sich kein Elfter eröffnen. Um kein Geld der Welt. Sie müssen warten, bis einer der bestehenden frei wird – über das Nachbesetzungsverfahren.
Genau hier stößt der Entschluss „Ich will in die Praxis“ an seine Grenze: Man entscheidet sich zu gehen – und stellt fest, dass es buchstäblich nirgendwohin geht.
Der Zwischenschritt: Anstellung in Praxis oder MVZ statt eigener Kassensitz
Es gibt aber einen Weg, der oft übersehen wird – gerade weil sich die ganze Diskussion um den „eigenen Kassensitz“ dreht. Eine eigene Praxis ist keine Voraussetzung. Sie können sich anstellen lassen – in einer fremden Praxis oder in einem MVZ, das bereits über einen Kassensitz verfügt.
Für junge Fachärzte oder auch erfahrene Oberärzte, die vor allem das Tempo wechseln wollen und kein eigenes Unternehmen mit allen dazugehörigen Risiken und Investitionen von Grund auf aufbauen möchten, ist das oft der schnellste und risikoärmste Weg in die ambulante Versorgung.

Was sich für Sie im Alltag ändert
Keine Nacht- und Wochenenddienste. Mehr Planbarkeit im Alltag. Weniger Stress, mehr Zeit für die Familie, für sich selbst – bessere Lebensqualität. Der Kontakt zum Patienten wird nicht zur Randnotiz zwischen Prozeduren, sondern zum Kern der Arbeit.
Beim Einkommen: Im ambulanten Bereich und in Dialysezentren werden Nephrologen gesucht und gut bezahlt – das zeigt unsere eigene Vermittlungserfahrung. Eine konkrete Zahl nennen wir hier bewusst nicht: Zu viel hängt von der konkreten Region, Arbeitsform und Arbeitgeber ab. Kontaktieren Sie uns, schildern Sie Ihre konkrete berufliche Situation und berufliche Ziele, Wünsche – wir teilen Ihnen sofort mit, mit welchem Gehalt Sie in etwa rechnen können.
Wie wir Sie beim Wechsel begleiten
Unsere Dienstleistung für Ärzte ist kostenlos: Wir verlangen von Ihnen zu keinem Zeitpunkt der Stellensuche eine Zahlung.
Wir vermitteln regelmäßig gezielt in der Nephrologie und wissen, wo in Ihrer Region tatsächlich ein Platz frei ist – im Krankenhaus, im MVZ oder in einer Praxis.
Mehr über die Vorteile einer Zusammenarbeit mit uns erfahren Sie unter folgendem Link: https://apoli.de/fuer-aerzte/#vorteile
Wenn Sie Nephrologe sind und den Wechsel von der Klinik in die ambulante Versorgung erwägen, vereinbaren Sie mit uns ein unverbindliches und diskretes Gespräch, in dem wir Ihre konkrete Situation besprechen.
Termin vereinbaren – Ihre Situation im Gespräch klären → https://calendly.com/apoli_de/ruckrufservice-web?month=2026-09
FAQ
Was ist ein Kassensitz und warum ist er in manchen Regionen nicht verfügbar? Der Kassensitz ist das Recht, gesetzlich versicherte Patienten (GKV) in einer bestimmten Region zu behandeln. Die Zahl dieser Plätze legt der Staat über die Bedarfsplanung fest: Ist der Plan für eine Region bereits erfüllt, wird kein neuer Platz vergeben, bevor ein bestehender frei wird.
Lohnt sich der Wechsel in den ambulanten Bereich auch ohne eigenen Kassensitz? Ja. Eine Anstellung in einer Praxis oder einem MVZ, die bereits über einen Kassensitz verfügen, verschafft Ihnen Zugang zur ambulanten Tätigkeit, ohne dass Sie selbst eine Zulassung benötigen – und ist schneller, als auf einen frei werdenden eigenen Platz zu warten.
Wie lange dauert der Wechsel von der Klinik in die Niederlassung? Das hängt stark von der Region, der Fachrichtung, vom Investitionsvolumen und davon ab, ob es um einen eigenen Kassensitz oder um eine Anstellung geht – Letzteres geht in der Regel schneller.
Warum werden gerade Nephrologen in der ambulanten Versorgung gesucht? Weil es schlicht zu wenige gibt – 2.735 Nephrologen in der Patientenversorgung für ganz Deutschland – während der Bedarf in der ambulanten Versorgung schneller wächst, als neue Fachärzte nachkommen. Nach der Prognose des Zi fehlen bis 2030 insgesamt bis zu 425 Nephrologen – nicht pro Jahr, sondern kumuliert über den gesamten Zeitraum.
Ihr qualifizierter Karriereberater
Igor Naumann
Spricht täglich mit Ärztinnen und Ärzten, Chefärzten, Personalleitungen und Geschäftsführungen. Vermittelt Fachärztinnen, Oberärzte und Leitende Oberärzte an Kliniken, MVZ und Praxen in Deutschland und Österreich.